Schwarze Cap mit rotem Logo-Patch als Beispiel für eine durchgezogene Markenlinie

Der Branding-Prozess in sechs Phasen

Branding-Prozess Schritt für Schritt: sechs Phasen von Discovery bis Rollout, was jede Phase liefert, was Kosten treibt und woran du gute Arbeit erkennst.

Manuel Zellnig
October 4, 2026

Kurz gesagt: Ein Branding-Prozess führt in sechs Phasen von der Idee zur fertigen Marke: Discovery, Markenstrategie, verbale Identität, Corporate Design, Brand Guidelines und Rollout. Am Ende hältst du mehr als ein hübsches Logo in der Hand, nämlich ein System, das Positionierung, Sprache und Design verbindet. Maze & Friends aus Wien arbeitet in genau dieser Reihenfolge: erst Strategie, dann Gestaltung.

Du hast ein Angebot, das funktioniert, vielleicht schon die ersten zahlenden Kunden und Umsatz, der sich sehen lässt. Nur die Marke drumherum wirkt zusammengeschustert: ein Logo, das schnell entstanden ist, Farben, die auf der Website anders aussehen als auf LinkedIn, ein Name, den in Meetings niemand richtig ausspricht. Dazu kommt die leise Ahnung, dass dich das gerade Deals oder Bewerbungen kostet.

Am Geschmack liegt es selten, eher an der fehlenden Reihenfolge. Eine Marke entsteht vor der Design-Software, in der Strategie. Wer das weiß, spart sich teure Schleifen und ein Ergebnis, das nach sechs Monaten schon wieder wackelt.

Dieser Artikel geht den kompletten Ablauf Schritt für Schritt durch: welche Phasen es gibt, was am Ende jeder Phase auf deinem Tisch liegt und woran du merkst, dass sauber gearbeitet wird.

Was gehört zum Branding und was nicht?

Zuerst die Begriffe, weil sie oft durcheinandergehen:

  • Marke ist das Bild, das in den Köpfen deiner Zielgruppe entsteht – dein Ruf, wenn du nicht im Raum bist.
  • Branding ist die aktive Arbeit, dieses Bild bewusst zu formen, Schritt für Schritt in einer festen Reihenfolge.
  • Corporate Design ist der sichtbare Teil davon: Logo, Farben, Schrift, Bildsprache.
  • Markenentwicklung ist im deutschsprachigen Raum der Oberbegriff für genau diesen Aufbau von Grund auf.

Ausdrücklich nicht dazu gehört das schnelle Bestellen eines Logos. Ein Logo steht am Ende einer Kette von Entscheidungen. Wer bei der Optik beginnt, baut ein Haus beim Dach. Deshalb folgt gutes Branding einer festen Reihenfolge, die wir uns jetzt ansehen.

Recherchematerial und Farbmuster im Designatelier
KI-Illustration: Recherchematerial und Farbmuster im Designatelier.

Wie lange dauert eine Markenentwicklung?

Realistisch dauert eine vollständige Markenentwicklung je nach Umfang vier bis zwölf Wochen. Bei einem fokussierten Founder-Branding geht es schneller, ein B2B-Projekt mit mehreren Entscheidern, Naming und breitem Rollout braucht länger.

Am meisten Zeit frisst selten die kreative Arbeit, meist ist es die Abstimmung. Wie schnell trefft ihr intern Entscheidungen? Deshalb lohnt es sich, von Anfang an festzulegen, wer freigibt – idealerweise eine kleine, entscheidungsfähige Runde statt eines Gremiums, in dem jede Farbe zur Grundsatzdebatte wird.

Strategie wird erlebbar – Fundament: Discovery und Markenstrategie. Identität: Verbale Identität und Corporate Design. Anwendung: Brand Guidelines und Rollout.
Redaktionelle Grafik: Strategie wird erlebbar.

Wie läuft ein Branding-Prozess ab?

In einem guten Ablauf liefert jede Phase die Grundlage für die nächste. Das sind die sechs Stationen von der Idee bis zur lebendigen Marke.

1. Discovery – verstehen, bevor gestaltet wird

Bevor irgendjemand an Farben denkt, wird zugehört. In der Discovery-Phase geht es darum, dein Unternehmen wirklich zu verstehen: Was verkaufst du, an wen, und warum kaufen Menschen ausgerechnet bei dir? Typische Bausteine sind ein Kick-off-Workshop, Interviews mit Gründern und, im B2B besonders wertvoll, mit Bestandskunden, dazu eine nüchterne Analyse von Wettbewerb und Marktumfeld.

Gesucht sind blinde Flecken, keine Bestätigung deiner Meinung. Oft kommt hier heraus, dass du für etwas ganz anderes geschätzt wirst, als du glaubst. Am Ende steht ein verdichtetes Briefing: Erkenntnisse, offene Fragen, ein gemeinsames Verständnis der Ausgangslage. Überspringst du diesen Schritt, ratet ihr ab hier nur noch.

2. Markenstrategie – das Fundament

Die Markenstrategie ist das Fundament, auf dem später Sprache und Design aufsetzen. Hier legst du fest, wofür deine Marke steht und wogegen sie sich abgrenzt. Zentrale Elemente:

  • Positionierung: dein Platz im Markt, in einem Satz, den auch Außenstehende verstehen.
  • Markenkern: Haltung, Werte und dein zentrales Versprechen.
  • Zielgruppen & Personas: wen du erreichst und was diese Menschen bewegt.
  • Botschaftshaus: die Kernbotschaften, geordnet nach Wichtigkeit.

In dieser Phase entsteht der meiste Wert – und sie wird am häufigsten übersprungen, weil sie sich weniger „sichtbar“ anfühlt als ein Logo. Ein Hinweis: Wenn eine Agentur direkt mit Design-Entwürfen startet, ohne diese Fragen geklärt zu haben, kaufst du Dekoration, keine Marke.

3. Verbale Identität – Name, Botschaft, Tonalität

Eine Marke wird gesehen, aber auch gelesen und gehört. In dieser Phase entsteht die Sprache deiner Marke: bei Bedarf ein Name (Naming), ein Claim, die zentralen Botschaften und vor allem die Tonalität – also die Art, wie du sprichst. Sachlich oder frech? Auf Augenhöhe oder distanziert-seriös?

Für Founder ist das ein oft unterschätzter Hebel. Eine klare, konsequente Stimme macht dich in Pitch, Website und LinkedIn sofort wiedererkennbar – lange bevor jemand dein Logo bewusst wahrnimmt. Das Deliverable: ein Messaging- und Tone-of-Voice-Leitfaden mit Beispielsätzen, den auch dein Vertrieb und deine Freelancer anwenden können.

4. Corporate Design – die sichtbare Marke

Jetzt, und wirklich erst jetzt, wird gestaltet. Das Corporate Design übersetzt die Strategie in Sichtbares: Logo, Farbwelt, Typografie, Bildsprache, Icons und ein Layout-System, das auf jedem Kanal funktioniert. Wichtig ist das Wort „System“: Du kaufst einen Baukasten statt eines einzelnen hübschen Logos, und mit ihm lassen sich beliebig viele Anwendungen konsistent umsetzen.

Gute Designer leiten jede Entscheidung aus der Strategie ab und können sie begründen – „diese Farbe, weil …“ statt „sieht gut aus“. Meist bekommst du zunächst ein bis zwei Richtungen zur Auswahl, die dann in ein bis zwei Runden verfeinert werden. Ausufernde Endlosschleifen sind ein Zeichen dafür, dass die Strategie davor nicht sauber war.

5. Brand Guidelines – das Regelwerk

Eine Marke ist nur so gut wie ihre konsequente Anwendung. Deshalb wird alles in Brand Guidelines festgehalten – auch Markenhandbuch oder Styleguide genannt. Darin steht, wie Logo, Farben, Schrift und Sprache korrekt eingesetzt werden, inklusive klarer Do's und Don'ts.

Wenn mehr als eine Person an deiner Kommunikation arbeitet, ob Team, Agentur oder Freelancer, sorgt dieses Regelwerk dafür, dass die Marke nicht bei jedem neuen Post ein bisschen anders aussieht. Für wachsende Teams ist es der Unterschied zwischen „wirkt professionell“ und „wirkt improvisiert“.

6. Rollout – die Marke geht live

Zum Schluss geht die Marke in die Welt: Website, Visitenkarten, Social-Media-Vorlagen, Präsentationen, Signaturen, je nach Geschäft auch Verpackung, Messestand oder Beschilderung. Ein guter Rollout denkt beide Richtungen mit – nach außen zu Kunden und nach innen ins Team, damit alle die neue Marke verstehen und tragen.

Für viele Founder ist das der emotionale Moment, in dem aus einer Idee etwas Greifbares wird. In der Praxis kommt es aufs Priorisieren an: Was muss zum Launch stehen, was kann in den Wochen danach folgen? Niemand braucht am ersten Tag 40 Templates.

Branding in sechs Phasen – Discovery: Markt, Kunden und Ausgangslage verstehen. Strategie: Positionierung und Markenfundament definieren. Sprache: Name, Botschaft und Tonalität entwickeln. Design: Das visuelle System gestalten. Guidelines: Die Anwendung verständlich dokumentieren. Rollout: Die Marke an den Kontaktpunkten einführen.
Redaktionelle Grafik: Branding in sechs Phasen.

Welche Deliverables solltest du erwarten?

Seriöse Markenarbeit liefert an jeder Station etwas Greifbares. So kannst du Fortschritt prüfen, statt monatelang auf eine große Enthüllung zu warten:

Markenhandbuch und Geschäftsausstattung
KI-Illustration: Markenhandbuch und Geschäftsausstattung.
Phase Was am Ende auf dem Tisch liegt
Discovery Insights-Briefing, Wettbewerbsanalyse
Markenstrategie Markenplattform: Positionierung, Kern, Personas, Botschaften
Verbale Identität Naming/Claim, Messaging- & Tone-of-Voice-Leitfaden
Corporate Design Logo, Farb- und Schriftsystem, Bildsprache, Design-Baukasten
Brand Guidelines Markenhandbuch mit Do’s & Don’ts
Rollout Fertige Anwendungen (Website, Social, Print) + Vorlagen
Was am Ende vorliegen sollte – Eine dokumentierte Positionierung Eine verständliche Botschaft und Tonalität Ein konsistentes visuelles System Anwendbare Guidelines und Vorlagen Ein konkreter Rollout-Plan
Redaktionelle Grafik: Was am Ende vorliegen sollte.

Was kostet es, eine Marke entwickeln zu lassen?

Pauschale Preise gibt es nicht seriös, weil der Aufwand stark vom Umfang abhängt. Diese Punkte treiben die Kosten:

  • Umfang der Strategie: Reicht ein kompakter Workshop oder braucht es Marktrecherche und viele Stakeholder-Interviews?
  • Naming ja/nein: Einen tragfähigen, rechtlich prüfbaren Namen zu entwickeln, ist ein eigenes Projekt.
  • Anzahl der Anwendungen: Nur Logo und Website – oder gleich Packaging, Messe und Vorlagen-Set?
  • Seniorität: Arbeitest du mit Berufseinsteigern oder mit erfahrenen Leuten, die auch strategisch mitdenken?

Eine belastbare Zahl gibt es erst, wenn diese vier Punkte geklärt sind, bei Maze & Friends als Fixangebot nach dem Erstgespräch. Ein Freelancer-Logo gibt es günstiger, nur bekommst du dann ein Logo ohne das System dahinter. Entscheide anhand dessen, was auf dem Spiel steht: Bei einer Marke, die dich die nächsten fünf Jahre tragen soll, ist die Strategie kein Posten zum Sparen.

Selbst machen oder eine Branding Agentur beauftragen?

Nicht jeder braucht sofort eine Agentur. In der allerersten Phase, wenn du dein Angebot noch testest und jeder Euro zählt, reicht oft ein sauberes, schlichtes Provisorium; wie du in dieser Situation mit wenig Budget vorgehst, zeigt unser Beitrag Marke aufbauen als Founder. Verschwende hier kein großes Budget auf ein Design, das du in drei Monaten wieder umwirfst.

Ernst wird es, wenn du skalierst: Wenn Branding über gewonnene und verlorene Deals entscheidet, wenn du im B2B gegen etablierte Player antrittst oder wenn dein Vertrieb Unterlagen braucht, die Vertrauen schaffen. Dann zahlt sich externe Erfahrung aus, weniger wegen schönerer Bilder als wegen der Methode und der unbequemen Fragen, die dir intern niemand stellt.

Wenn du in Österreich sitzt und mit Menschen arbeiten willst, die Strategie, Content und Umsetzung unter einem Dach denken, findest du bei uns als Branding-Agentur in Wien den passenden Rahmen. Baust du eine bestehende Marke um, lies unseren Leitfaden zum Rebranding, denn der Ablauf unterscheidet sich in wichtigen Punkten.

Erst Strategie, dann Design

Eine Marke trägt, wenn die Reihenfolge stimmt: erst verstehen und positionieren, dann Sprache und Design, zuletzt Guidelines und Rollout. Jede Phase liefert ein greifbares Ergebnis, an dem du den Fortschritt prüfen kannst. Wer bei der Optik beginnt, zahlt später mit Korrekturschleifen.

Im Erstgespräch mit Maze & Friends schauen wir gemeinsam auf deine Ausgangslage, ordnen ein, welche Phasen für dich Sinn ergeben, und sagen dir, was eine Markenentwicklung in deinem Fall realistisch bedeutet.

Sprich mit uns über deine Marke →

Aus der Werkstatt: Scharfe Kralle: Branding und Branding-Guide · AHOM Retreats: Marke und Social Ads.

Wie traditionelle Betriebe ihre Positionierung und Kundengewinnung neu aufstellen, beschreiben auch die Transformationsleitfäden der Wirtschaftskammer Österreich, an denen Manuel Zellnig als Kreativexperte mitgewirkt hat: Transformationsleitfaden Druckereien und Transformationsleitfaden Floristik (WKO, Kreativwirtschaft Austria).

Häufige Fragen

Was ist Branding einfach erklärt?

Branding ist die gesamte Arbeit an einer Marke: festlegen, wofür sie steht und für wen, und das konsequent in Sprache, Design und Auftritt übersetzen.

Ein Logo steht dabei am Ende einer Kette von Entscheidungen. Zum Branding gehören Positionierung, Markenkern und Botschaften genauso wie Tonalität, Corporate Design und Regeln für die Anwendung. Das Ziel ist ein System, das dich wiedererkennbar und einschätzbar macht. Wer bei der Optik beginnt, baut ein Haus beim Dach.

Wie läuft die Entwicklung einer Marke ab?

Die Entwicklung einer Marke läuft in sechs Phasen ab: Discovery, Markenstrategie, verbale Identität, Corporate Design, Brand Guidelines und Rollout. Jede Phase liefert die Grundlage für die nächste.

In der Discovery wird zugehört: Gespräche mit Gründern und Bestandskunden, dazu eine nüchterne Analyse von Wettbewerb und Markt. Die Strategie legt fest, wofür die Marke steht und wogegen sie sich abgrenzt. Danach entstehen Sprache und Tonalität, erst dann Logo, Farben und Typografie. Guidelines sichern die konsequente Anwendung, der Rollout bringt die Marke auf Website und Vorlagen und ins Team. Wer die Reihenfolge umdreht, landet in teuren Korrekturschleifen.

Wie lange dauert Branding?

Eine vollständige Markenentwicklung dauert je nach Umfang realistisch vier bis zwölf Wochen.

Mit einem fokussierten Founder-Branding geht es schneller, ein B2B-Projekt mit mehreren Entscheidern, Naming und breitem Rollout braucht länger. Am meisten Zeit kostet selten die kreative Arbeit, meist ist es die Abstimmung. Wie schnell fallen bei euch Entscheidungen? Leg deshalb von Anfang an fest, wer freigibt, idealerweise eine kleine, entscheidungsfähige Runde statt eines Gremiums, in dem jede Farbe zur Grundsatzdebatte wird. Mit fixen Feedbackterminen hältst du den Zeitplan am besten ein.

Wie viel kostet ein Branding?

Was eine fundierte Markenentwicklung mit Strategie und Corporate Design kostet, hängt von Tiefe und Umfang ab; eine belastbare Zahl liefert erst ein Fixangebot.

Pauschalpreise gibt es seriös nicht, weil der Aufwand stark vom Umfang abhängt. Die wichtigsten Kostentreiber sind die Tiefe der Strategiearbeit, ein eventuelles Naming, die Zahl der Anwendungen im Rollout und die Seniorität des Teams. Ein Freelancer-Logo ist günstiger, liefert dir aber nur ein Logo ohne Strategie dahinter. Entscheide nach dem, was auf dem Spiel steht: Bei einer Marke, die dich die nächsten fünf Jahre tragen soll, ist die Strategie kein Posten zum Sparen.

Wie viel kostet ein Logo?

Was ein Logo kostet, hängt davon ab, ob nur ein Zeichen entsteht oder ein Logo-System mit Regeln für alle Kanäle. Ein einzelnes Logo vom Freelancer ist deutlich günstiger als eine Markenentwicklung.

Ein Zeichen allein ist schnell bestellt. Aufwendiger und wertvoller ist ein Logo, das aus einer Strategie abgeleitet ist und mit Varianten, Farb- und Schriftsystem auf allen Kanälen funktioniert. Genau dieser Unterschied erklärt die großen Preisunterschiede am Markt. Wenn du gerade erst dein Angebot testest, reicht oft ein sauberes, schlichtes Provisorium. Sobald die Marke über Deals und Bewerbungen mitentscheidet, lohnt sich ein Logo, das Teil eines Systems ist.

Was ist der Unterschied zwischen Branding und Corporate Design?

Branding ist die gesamte Arbeit an deiner Marke, Corporate Design ist ihr sichtbarer Teil: Logo, Farben, Typografie und Bildsprache. Branding reicht von der Strategie über die Sprache bis zum Design.

Corporate Design ist damit eine Disziplin innerhalb des Brandings und kein Ersatz dafür. Gutes Corporate Design leitet jede Entscheidung aus der Strategie ab und kann sie begründen, also „diese Farbe, weil …“ statt „sieht gut aus“. Es ist außerdem als Baukasten gedacht, mit dem sich beliebig viele Anwendungen konsistent umsetzen lassen. Wer nur ein Logo bestellt, bekommt Design ohne Fundament.

Was ist ein Branding Kit?

Ein Branding Kit, oft auch Brand Kit genannt, ist das kompakte Werkzeugpaket deiner Marke: Logo-Dateien in allen Varianten, Farbwerte, Schriften, Vorlagen und die wichtigsten Anwendungsregeln.

Für den Alltag ist es die Arbeitsversion der Brand Guidelines. Team, Freelancer und Agenturen greifen darauf zu, damit Präsentationen, Social-Media-Beiträge und Angebote überall gleich aussehen. Ein gutes Kit entsteht am Ende der Markenentwicklung aus Corporate Design und Guidelines. Ein Kit ohne Strategie dahinter sorgt zwar für einheitliche Optik, sagt aber nichts darüber, wofür die Marke steht und wie sie spricht.

Wie erstelle ich ein Brand Book?

Ein Brand Book, auch Markenhandbuch oder Styleguide, hält fest, wie deine Marke korrekt eingesetzt wird, inklusive klarer Do's und Don'ts. Es entsteht gegen Ende der Markenentwicklung.

Hinein gehören typischerweise:

  • Positionierung, Markenkern und Kernbotschaften
  • Tonalität mit Beispielsätzen
  • Logo-Regeln mit Varianten und Schutzzonen
  • Farb- und Schriftsystem sowie Bildsprache
  • Anwendungsbeispiele für Website, Social Media und Print

Schreib es für die Menschen, die täglich damit arbeiten, nicht als Hochglanzdokument für die Schublade.

Was ist die 3-7-27-Regel im Branding?

Die 3-7-27-Regel ist eine Faustregel aus der Marketingpraxis, keine Studie: Der erste Eindruck entsteht in Sekunden, Wiedererkennung und Vertrauen brauchen viele wiederholte Kontakte.

Die Zahlen werden je nach Quelle unterschiedlich ausgelegt, etwa als Sekunden, Kontakte oder Wiederholungen. Brauchbar ist der Kern: Eine Marke verankert sich durch die Wiederholung derselben Botschaft an jedem Kontaktpunkt, ein einzelner großer Auftritt reicht dafür nicht. Genau dafür gibt es Brand Guidelines und einen geplanten Rollout. Wer alle paar Monate Look oder Botschaft wechselt, fängt beim Zählen jedes Mal wieder von vorne an.

Wie viel muss ich beim Branding selbst beitragen?

Dein wichtigster Beitrag ist Wissen und Entscheidungsfähigkeit: Du bringst Angebot, Kunden und Ziele ein, gibst ehrliches Feedback und triffst Freigaben zügig.

Zum Start gehören ein Kick-off-Workshop und Interviews, im B2B idealerweise auch mit Bestandskunden, weil sie oft zeigen, wofür du wirklich geschätzt wirst. In der Strategiephase prüfst du, ob Positionierung und Botschaften stimmen, später gibst du Feedback zu den Entwürfen. Delegieren kannst du Gestaltung und Ausarbeitung, nicht aber die Entscheidung, wofür deine Marke steht. Die meiste Zeit kostet dich also das gründliche Nachdenken in den Strategieterminen, kaum die Produktion.

Woran erkenne ich eine gute Branding-Agentur in Wien?

Eine gute Branding-Agentur in Wien erkennst du an den Fragen, die sie vor dem Design stellt, und an klaren Ergebnissen je Phase.

Achte auf Referenzen mit Ergebnissen statt nur schöner Bilder und darauf, ob Strategie, Content und Umsetzung zusammen gedacht werden. Gute Agenturen sagen dir auch offen, wenn du noch keine große Markenentwicklung brauchst, etwa solange du dein Angebot erst testest. Für den österreichischen Markt hilft es, wenn das Team Entscheider und Ton im heimischen Mittelstand kennt. Maze & Friends aus Wien arbeitet nach diesem Prinzip: erst Strategie, dann Gestaltung und Umsetzung, und Logo wie Corporate Design entstehen im eigenen Team.

Brauche ich als B2B-Unternehmen überhaupt Branding?

Ja, gerade im B2B, weil Kaufentscheidungen dort teuer und riskant sind und Menschen bei Anbietern kaufen, denen sie vertrauen.

Eine klare Marke macht dich einschätzbar, hebt dich von austauschbaren Anbietern ab und erleichtert deinem Vertrieb das Leben, weil er nicht in jedem Gespräch neu erklären muss, wofür ihr steht. Auch Bewerberinnen und Bewerber lesen die Marke mit. „Wir verkaufen über Beziehungen“ und Branding sind kein Widerspruch: Die Marke sorgt dafür, dass ein Kontakt schon vor dem ersten Gespräch einen klaren Eindruck hat. Ein B2B-Projekt mit mehreren Entscheidern braucht allerdings mehr Zeit für Abstimmung.

Wie viele Entwürfe bekomme ich beim Branding?

Üblich sind ein bis zwei Designrichtungen zur Auswahl, die anschließend in ein bis zwei Runden verfeinert werden.

Mehr Entwürfe klingen nach mehr Leistung, machen die Entscheidung aber oft schwerer und verlagern sie auf Geschmacksfragen. Wenn die Strategie sauber steht, lässt sich jede Richtung begründen, und die Auswahl fällt leichter. Ausufernde Endlosschleifen sind ein Warnsignal: Meist war die Strategie davor nicht klar genug, und im Design wird nachverhandelt, was eigentlich in der Positionierung hätte geklärt werden müssen. Kläre die Zahl der Runden deshalb vor Projektstart im Angebot.

Ist eine Marke nach dem Rollout fertig?

Nein, nach dem Rollout beginnt die Markenpflege: Die Marke muss konsequent angewendet, regelmäßig überprüft und behutsam weiterentwickelt werden.

Wenn sie den Guidelines folgen, sind kleine Anpassungen an Sprache oder Design normal. Schon beim Rollout hilft Priorisieren: Was muss zum Launch stehen, was kann in den Wochen danach folgen? Niemand braucht am ersten Tag 40 Vorlagen. Ein größerer Umbau ist dagegen ein eigenes Projekt, das Rebranding, mit eigenem Ablauf und der Frage, wie viel Bekanntes du bewahrst. Je besser die Strategie am Anfang, desto seltener brauchst du später einen harten Schnitt.

Was sind typische Fehler beim Branding?

Typische Fehler sind übersprungene Discovery- und Strategiephasen, Entscheidungen in großen Gremien und fehlende Guidelines; das Ergebnis wackelt dann oft schon nach wenigen Monaten.

Wer die Discovery nur nutzt, um die eigene Meinung bestätigen zu lassen, findet keine blinden Flecken. Startet eine Agentur direkt mit Entwürfen, kaufst du Dekoration statt einer Marke. Ohne Guidelines sieht die Marke bei jedem neuen Post ein bisschen anders aus, sobald mehr als eine Person kommuniziert. Beim Rollout schadet der Versuch, alles gleichzeitig fertig zu haben, statt zu priorisieren. Und oft wird das Team vergessen, das die neue Marke im Alltag tragen soll.

Nächster Schritt

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Manuel Zellnig, Gründer und Geschäftsführer von Maze & Friends
Über den Autor
Manuel Zellnig
Gründer und Geschäftsführer, Maze & Friends

Manuel Zellnig baut seit 2018 Sichtbarkeit für Unternehmen: Imagefilm, Personal Branding, Performance Marketing und KI-Sichtbarkeit. Diplomierter Werbefachmann der Werbeakademie Wien, Bachelor Business Management der FH Kärnten, Autor des Fachbuchs „Mobile Apps zur Messung der Kundenzufriedenheit“ (2017) und Kreativexperte der Wirtschaftskammer Österreich in zwei Transformationsleitfäden. Er misst, bevor er empfiehlt, und schreibt hier über das, was in Projekten tatsächlich funktioniert.

Veröffentlichungen und Interviews: WKO-Transformationsleitfaden Druckereien · WKO-Transformationsleitfaden Floristik · Interview bei Ghezzo · „Heute“ über Wiener Start-ups

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